Montag 23.08. – Sonntag 29.08.

Die sechste und letzte Woche bringt uns nochmal in ganz andere Gefilde und verschafft uns einen fulminanten Abschluss dieser Reise.

Montag 23.08. – Dienstag 24.08. – Chartres

Nach einer Nacht auf dem Marktplatz eines kleinen Dorfes, in dem wir vermutlich an dem Tag das Gesprächsthema Nummer 1 waren fahren wir weiter nach Chartres.

Wir können uns einen Platz aussuchen und bringen erst einmal Ordnung in unseren Jan. Nach ein paar Tagen des frei Stehens war es dann doch nötig mal wieder klar Schiff zu machen. Das Wetter spielt mit und so können wir in Ruhe kochen, essen und sauber machen.

Am Dienstag machen wir uns dann Vormittags auf den Weg in die Innenstadt. Wir erreichen den Stadtkern vom Süden her mit dem Fahrrad und erkundeten erst einmal die vielen kleinen Gassen und Brücken über den Stadtgraben. Pünktlich zur Mittagszeit erreichen wir die Innenstadt und stehen vor der Kathedrale Notre Dame de Chartres. Bevor wir uns in die heiligen Hallen begeben stärken wir uns erst einmal mit einem vorzüglichen Mittagessen im kleinen Lokal Le21 das direkt an der Kathedrale liegt aber auf der weniger frequentierten Seite. Wir sind also mal wieder von hinten ans Zentrum gekommen und haben so die bessere Location gefunden. 🙂

Gestärkt vom Essen geht es in die Kathedrale.
Allein die Größe ist schier überwältigend und wir erkunden die Kirche erst einmal eingehend. 1979 wurde die Kathedrale mit dem berühmten Labyrinth von Chartres als erste Kathedrale Frankreichs als UNESCO Weltkulturerbe anerkannt.

Dieses Labyrinth ist Symbol vieler Meditationen und das einzig noch nahezu vollständige seiner Art in Frankreich.
Normalerweise sind die Stuhlreihen des Hauptschiffs über dem steinernen Kunstwerk gestellt so, dass es nicht begehbar ist. Im Sommer wird das Labyrinth jedoch jeden Freitag und zu anderen Anlässen freigelegt. So auch an diesem Dienstagabend.

Wir verlassen die Kirche und tingeln erst einmal durch die Stadt wo wir uns ein bisschen im Shopping austoben.

Nachdem wir unsere Einkäufe zum Campingplatz gebracht haben machen wir uns auf den Weg zurück in die Stadt wo wir ab 20 Uhr das freigelegte Labyrinth begehen und bestaunen können.
Ein Priester führt uns auf französisch in die unterschiedlichen Bedeutungen des Labyrinth ein und spricht mit uns ein Ave Maria auf französisch. Auch wenn wir kein Wort verstanden haben ist es doch ein sehr ergreifender Moment.

Anschließend gehen wir einzeln zum Labyrinth und folgen dem Weg zur Mitte den seit dem 13. Jahrhundert schon unendlich viele Gläubige und Neugierige gegangen sind. Jeder geht diesen Weg für sich alleine und hat andere Empfindungen zu diesem Weg.

  • Einige sehen in dem Labyrinth den Weg zu Ihrer inneren Mitte.
  • Andere sehen in ihm den Weg eine Symbolische Pilgerreise nach Jerusalem.
  • Wieder andere möchten die Energie spüren die für sie von dem Weg ausgeht.

Wir stellen fest, dass die Kirche auf den Jakobsweg liegt und können uns vorstellen wie es für einen Pilger sein muss bei einem Halt in Chartres diesen Weg gehen zu dürfen. Im Vergleich zu den Strapazen auf dem „richtigen“ Pilgerweg, kann der Pilger oder auch Suchende sich hier mit wenigen Schritten auf jede einzelne Wendung des Labyrinths konzentrieren.

Auch wir sind von dem Weg durch das Labyrinth fasziniert und verweilen noch einen Moment in der tollen Lichtstimmung der Kathedrale bevor wir unseren Weg fortsetzen.

Das Labyrinth von Chartres

Als wir das zweite Mal die Kirche verlassen kommen wir in die bereits dunkle Stadt. Wir wussten zwar, dass es die Stadt am Abend illuminiert ist, aber was wir dann sehen übertrifft all unsere Erwartungen.

Auf dem Westportal der Kathedrale wird eine Lichtshow gestrahlt mit einer musikalischen Untermahlung die seinesgleichen sucht.
Wir haben kleine Abschnitte auf Video aufgenommen, oder Fotos gemacht, welche wir Euch hier zeigen. Den Rest muss man einfach genießen.

Tipp: Im Sommer ist Chartres an jedem Abend beleuchtet und das jedes Jahr. Wer also in der Gegend ist sollte unbedingt einen Abend dort verbringen um die tollen Lichteffekte zu bestaunen.

Video mit einem Teil der Lichtshow

Wenn wir gewusst hätten wie toll die Show ist hätten wir Stativ und Akkus mitgenommen. So haben wir das meiste einfach genossen.

Beseelt von den vielen Eindrücken des Tages machen wir uns auf den Weg zurück zu unserem Bulli, denn morgen wird es nochmal groß!

Mittwoch 25.08. – Versailles

Von Chartres aus geht es für uns weiter nach Versailles.
Wir kommen in die Stadt des Sonnenkönigs Ludwig dem XIV. und sind erstaunt wie anders die Stadt im Verhältnis zu den Teilen des Landes ist die wir bereits gesehen haben.

Der Stadtkern wirkt wie auf einem Reißbrett gezeichnet. Große Einfallstraßen gerahmt von gleich großen Häusern zaubern eine schöne geräumige Harmonie. Durch die Anordnung der viereckigen Blöcke unterschiedlicher Größe ist es fast nicht möglich sich zu verfahren. Und wenn doch biegt man einfach 3 mal rechts ab und ist wieder auf der ursprünglichen Straße.

Unbestritten ist das Schloss mit seiner riesigen Gartenanlage das Zentrum aller Aktivitäten der Stadt. Wer vor dem Eingangsportal des Schlosses steht fühlt sich automatisch in die Zeit des Sonnenkönigs zurück versetzt. Natürlich nur, wenn man sich die Touristen und fliegenden Händler weg denkt.

Nachdem wir schon so viele Schlösser in den letzten Tagen gesehen haben ist uns klar. Versailles von innen machen wir mal auf einer anderen Tour, wenn der Andrang etwas geringer ist.

Wir ziehen also nur ein Ticket für den Garten und finden bereits beim ersten Blick auf die Übersichtskarte den Rundgang von 2 Stunden etwas optimistisch. Am Ende sollten wir recht behalten. Obwohl wir nur den zahlungspflichtigen Teil des Gartens besucht haben sind wir an diesem Tag ganze 11 km in Schlossgarten gelaufen und haben 4,5 Stunden benötigt. Allein der angelegte Gartenteil ist einfach gigantisch. Ob König Ludwig der XIV. seinen Garten häufig durchschritten hat?

Wir werden auf jeden Fall noch einmal nach Versailles kommen. Vor allem um das Schoss von innen zu besichtigen, aber auch um den bewaldeten Teil des Schlossgartens noch einmal zu erforschen in dem auch das ehemalige Schloss von Königin Marie -Antoinette liegt.

Donnerstag 26.08. – Paris

Wer so knapp an der Stadt der Liebe vorbei fährt kommt nicht umhin die Stadt anzuschauen. Von Versailles aus machen wir uns noch abends auf den Weg nach Paris und kommen natürlich direkt in den Feierabendverkehr. Nach ein bisschen Chaos auf der Autobahn und lustigen Umleitungen kommen wir an unserem Platz direkt an der Seine an. Klare Empfehlung unsererseits: Versucht in Paris so wenig Auto wie möglich zu fahren. Mit dem Rad ist das wesentlich entspannter.

Wir schlagen unser Lager für die Nacht auf und machen uns am nächsten Morgen mit dem Rad auf den Weg in die 6 km entfernte Innenstadt. Eines muss man der Stadt lassen. Die Fahrradwege sind sehr gut ausgebaut. Ganze Hauptstraßen wurden für den Autoverkehr gesperrt, so dass Fahrradfahrer einfach vom Stadtrand in die Innenstadt kommen. Das witzige daran: Die Schilder wurden einfach stehen gelassen, so dass auf dem Fahrradweg auch Schilder Richtung Autobahn zu finden sind.
Auch in der Innenstadt sind alle großen Straßen mit abgetrennten Fahrradwegen ausgestattet. Außerdem gibt es viele Straßen auf denen die Fahrradfahrer vorrang haben. Nun halten sich Franzosen nicht unbedingt an Verkehrsregeln, ABER wir fühlten uns zu großen Teilen sicherer in der 12 Millionenstadt Paris als in Hamburg wo alles kreuz und quer fährt und sich jeder seinen Platz im Straßenverkehr erkämpft.

Vom Arc de Triomphe geht es über den Champs Élysée zum Place de la Concorde. Danach folgt ein kleiner Abstecher zum Colonne Vendome (der Napoleon Statue) bevor wir aufs Louvre zusteuern. Hier machen wir einen Stopp und schauen uns das Museum von innen an. Natürlich darf ein kleiner Blick auf die Mona Lisa nicht fehlen. Für den Rest des Museum muss man sich aber entweder 1 Woche Zeit nehmen, oder genau wissen was man sich anschauen will. Beides trifft auf uns nicht zu und so können wir das Louvre als gigantisches Erlebnis abhaken.

Am imposantesten ist für uns der Blick von unten auf die Pyramide. Diese vollkommen unterschiedlichen Bauelemente fügen sich unserer Meinung nach sehr gut zusammen.


Weiter gehts zur Baustelle von Notre Dame de Paris.
Der Blick auf die Baustelle ist zwar durch hohe Wände verborgen, aber die Geschichte der Kathedrale sowie die Aktivitäten nach dem verheerenden Brand sind in einer Fotoreihe sehr gut beschrieben.

Notre Dame de Paris

Wir machen noch einem Stopp am Pantheon welches gerade von der untergehenden Sonne angestrahlt wird nehmen hier eine kleine Stärkung zu uns.

Als die Dunkelheit einbricht machen wir uns auf den Weg zum finalen Punkt unserer Tour durch Paris und eigentlich auch unserer 6 wöchigen Reise. Denn der heutige Abend sollte der letzte in Frankreich sein. -> Wir fahren dem beleuchteten Eiffelturm entgegen.

Da sind wir also: 6 ereignisreiche Wochen liegen hinter uns und wir wissen, dass der Alltag uns bald wieder einholt.

Wir genießen die unterschiedlichen Perspektiven auf den Turm aus Stahl und lassen die letzten Wochen Revue passieren.

Freitag 27.08 – Sonntag 29.08.
Paris – Plauen – Pöhl – Buxtehude

Unser letzter Morgen in Frankreich ist da. Wir frühstücken in Ruhe und packen unseren Jan so, dass wir die nächsten KM in etwas höherer Reisegeschwindigkeit fahren können, aber trotzdem noch an alles Notwendige ran kommen.

Gegen Mittag verlassen wir unseren Campingplatz und suchen uns unseren Weg über die Stadtautobahn Richtung Osten. Wir kommen erstaunlich gut durch und stellen fest, dass wir in Hamburg auch nicht schneller von Ost nach West oder von Nord nach Süd gekommen wären.
Bis zur Grenze haben wir auch bestes Sonnenwetter und sind ein wenig wehmütig nun zu fahren. Als wir den Rhein überqueren ändert sich das Wetter schlagartig und wir sollten bis nach Plauen im Vogtland mehr oder weniger nur Regen haben.

Der Plan ist, am gleichen Tag bis Plauen zu fahren, sich dort noch einmal testen zu lassen und dann der Familie am nächsten Morgen einen Besuch abzustatten. Durch eine Vollsperrung auf der A9 hinter Bayreuth werden wir allerdings gezwungen über die A93 auszuweichen und machen einen halt in Amberg wo wir auf dem örtlichen Camper-Stellplatz neben einem französischen Bulli Platz finden. 🙂

Am nächsten Morgen fahren wir die letzten 2 Stunden bis nach Plauen, lassen uns testen und werden von einem leckeren Frühstück begrüßt, dass wir nach einer ausgedehnten Dusche dankend an nehmen.

Nachmittags geht es dann auf eine Geburtstagsfeier an die Talsperre Pöhl, wo wir mit guter Gulaschsuppe wieder an deutsches Essen gewöhnt werden.

Sonntagmorgen geht es nach dem Frühstück dann auf die letzte Etappe. Mit dem Rückreiseverkehr machen wir uns auf den Weg und sind nach knapp 8 Stunden dann endlich in unserer Heimat Buxtehude angekommen.

Insgesamt haben wir auf dieser Reise den ein oder anderen KM zurück gelegt:

  • Mit dem Auto: 4196 km
  • Mit dem Rad: 310 km
  • Zu Fuß: ca 180 km
Unser Route der 6. und letzten Woche

FAZIT DER REISE

Nun ist es also soweit. Die sechste und letzte Woche unserer Reise ist vorbei. Und wir sind wieder im Norden angekommen.
Die Wäsche ist gewaschen und liegt wieder im Schrank und unser Jan ist wieder bereit für nächste Abenteuer.
Wir blicken zurück auf eine wunderbare Zeit mit allem was Frankreich so zu bieten hat – kulinarisch , wettertechnisch und menschlich.

Wir haben in den Wochen viel Zeit zum Nachdenken und Beobachten gehabt und wollen einige der Gedanken gerne mit Euch teilen.
Wichtig dabei, es handelt sich hierbei um unsere Eindrücke und Erfahrungen. Wir wollen mit unseren Äußerungen nicht wertend sein oder andere vor den Kopf stoßen. Auch mögen Recherchen ergeben, dass es de fakto dann vielleicht doch etwas anders aussieht.

1. Lebensstil in Frankreich und Deutschland

Das Wichtigste in Frankreich ist das Essen.
Fast überall wo wir waren gab es gutes Essen und leckeren Wein.
In Frankreich gehört das Essen zum Lebensstil. Die obligatorische Mittagspause zwischendurch wie es bei vielen Deutschen üblich ist gibt es in Frankreich selten. Mittagspause ist zwischen 12 und 14 Uhr. Ab 14:30 Uhr noch irgendwo ein Mittagessen zu ergattern ist außerhalb der Touristenzentren fast unmöglich. Aber auch in Regionen mit hohem Touristenanteil sind die Franzosen oft rigoros was ihre Essenszeiten angeht.
Wir sehen vielerorts Menschen die sich in der Mittagspause in den Restaurants oder davor treffen und in großer Runde ihr Zwei- oder Dreigang Menü essen. Auch in der Woche gehört ein Glas Wein einfach zum Mittagessen dazu.

Wir finden das diese Art der Mittagspause einen großen Teil der Kultur in Frankreich ausmacht. Man kommt zusammen, ist gastfreundlich und freut sich des Lebens. Wichtig ist, dass das was auf dem Teller und im Glas ist schmeckt. Ob an der Hausmauer seit Jahren der Putz fehlt oder die Dachrinne herunter hängt ist zweitrangig. Wir denken, dass die Franzosen nicht versuchen einen Schein zu wahren um des guten Rufes wegen, nein sie versuchen einfach ihr Leben zu genießen.

2. Familien

Wir stellen fest, dass eine französische Familie gerne mal 3-5 Kinder hat. Was bei uns eine Seltenheit ist wird in Frankreich als normal angesehen. Auf der Reise hatten wir Gelegenheit einige Familien zu beobachten.

Auf Plätzen mit einem hohen deutschen oder niederländischen Familienanteil nehmen wir wahr, dass die Kinder sehr unruhig sind. Nicht selten kam es vor, dass die Kinder vom Aufstehen bis zur Nachruhe am quengeln waren. Beim Blick auf die jeweiligen Kennzeichen der zugehörigen Autos konnten wir feststellen, dass es eben deutsche oder niederländische Kinder waren die sich in ihrer Haut unwohl fühlten und das auch lautstark zum Ausdruck brachten.

Auf der anderen Seite konnten wir diese negative Grundstimmung und den gefühlten Overload auf Plätzen mit einem hohen französischen Anteil nicht feststellen. Die Kinder haben auf Hüpfburgen oder Spielplätzen zwar getobt und sind über den Platz gerannt, aber eben in einer positiven Stimmung. Abends wurde dann mit der Familie vorm Zelt oder Camper gesessen und gespielt oder erzählt.

Wir sind begeistert von der Einheit die von französischen Familien ausgeht. Hier wird ganz viel auf gemeinsame Aktivitäten gesetzt.

3. Camping ist eine Frage der Einstellung,
nicht des Equipments

Nun hatten wir auf unserer Tour ja nicht immer das beste Wetter. Wir waren persönlich heil froh, dass wir das ein oder andere Mal einfach alle Schotten von unserem Jan dicht machen konnten. Zeitgleich stellen wir fest, dass die Franzosen gefühlt bei jedem Wetter zelten.

Wir haben die unterschiedlichsten Gruppen getroffen die gezeltet haben.

  • Die Familie mit 3-5 Kindern mit einem großen Familienzelt oder einer Zeltburg.
  • Das junge Paar auf seinem ersten gemeinsamen Urlaub
  • Das Rentnerpaar das jeden Tag mind. 80 km mit dem Rad zurück legt und von den Niederlanden über die Pyrenäen zurück in die Niederlande fährt.
  • Die Gothic Clique von denen wir nie erwartet hätten, dass sie ein Zelt aufbauen.
  • Der Monteur, der sein Zelt Abends nach der Arbeit aufbaut und morgens vor der Arbeit wieder abbaut.

Wir sind einige Male tief beeindruckt mit welcher Gelassenheit bei Regen oder Wind die Zelte auf und ab gebaut werden. Hier kann man nur sagen – Hut ab!

Auf der anderen Seite gab es natürlich auch die großen Luxuscamper die trotz grandiosem Sonnenuntergang abends den Fernseher anmachen, die waren aber wirklich in der Minderheit.

4. Müll

Eines Vorweg. Auf unserer ganzen Reise haben wir unglaublich wenig Müll in der Gegend rumliegen gesehen. Es kam so gut wie nie vor, dass am Straßenrand oder an einer Parkbank Müll rum lag.

Hierbei war es egal, ob vor Ort Mülleimer aufgestellt wurden, oder gar keine Möglichkeit der Entsorgung vorhanden war.

In sehr vielen Gemeinden gibt es in der Nähe des Marktplatzes in den Boden eingelassene Müllcontainer. Drum herum waren keine wilden Müllhalden zu sehen und die Plätze waren allesamt sauber.
Selbst die Rastplätze waren ordentlich und die aufgestellten Bänke wurden von allen Altersgruppen für eine kurze oder längere Pause genutzt. Auch in der Millionenmetropole Paris gab es sehr wenig vermüllte Ecken und wir waren mit dem Rad auch in Randgebieten unterwegs.

Einzig das Wildpinkeln ist hier und da ein Problem, aber wer nicht wie wir mit einem WC an Board unterwegs ist hat da natürlich ein Problem was sich vielerorts einfach nicht vermeiden lässt.

Zurück in Deutschland sehen wir die Müllcontainer an denen Unrat in jedweder Form abgeladen wird und die Rastplätze sehen so desolat aus, dass man hier nur sehr ungern eine Pause macht.

Wir fragen uns: Was Frankreich hier anders macht, dass Müll da entsorgt wird wo es hingehört?

5. Wasser = Luxus

Während für die meisten Gegenden in Deutschland gilt, dass das Wasser aus dem Hahn problemlos getrunken werden kann ist das in vielen anderen Ländern nicht der Fall. Das erstaunliche ist, dass wir bei den anderen Ländern gar nicht so weit schauen müssen sondern gleich in Frankreich anfangen können. Je nachdem wo in Frankreich man ist, ist der Chlorgehalt im Trinkwasser immens. Auch wenn das Wasser als Trinkwasser unbedenklich eingestuft wird können wir uns nur schwer vorstellen dieses Wasser auf Dauer zu trinken. Während unseres Urlaubs greifen wir daher wie viele Franzosen auf die 5-8 Liter Kanister aus den Supermärkten zurück.

Nach 6 Wochen Körperhygiene mit Chlorwasser sind unser Körper und vor allem unsere Haare froh wieder in Deutschland zu sein. Wir wissen nun auf jeden Fall den Luxus den wir hier haben noch mehr zu schätzen und werden auch weiterhin unser Wasser für die Klospülung auffangen. Denn Wasser ist Luxus.

6. Verkehr

In Frankreich gelten Verkehrsregeln und Schilder eher als grober Richtwert. Speziell Ampeln und Zebrastreifen werden je nach Stimmungslage beachtet oder nicht. Auch das Auto ist nicht das Heiligtum des Franzosen und Dellen werden nicht zwingend beachtet.

Wichtig ist das es Vorwärts geht. Spannend dabei, selbst in Paris haben wir kein wildes Hupkonzert wahr genommen, sondern nur gelegentliches Anzeigen durch Hupen. Es scheint so eine Art geheimer Regelkatalog jenseits der Straßenverkehrsordnung zu geben auf den sich alle verständigt haben. Da kann man dann auch gerne mal in einen 6 spurigen Kreisverkehr (ohne aufgezeichnete Spuren) mit dem Rad oder mit dem Tretroller fahren.

Ein anderer Aspekt des Verkehrs sind die Baustellen.
In Deutschland sind sie allgegenwärtig. Gerade in den Ballungszentren und auf den Autobahnen dauern Baustellen gefühlt eine Ewigkeit.
Anders in Frankreich, zwar haben wir auch hier die ein oder andere Baustelle gesehen, aber es führte wirklich nie zu kilometerlangen Staus oder Stop & Go. Selbst in der Nähe der großen Zentren wie Le Havre, Calais und teilweise sogar Paris war überall flüssiger Verkehr auf den Autobahnen sowohl als auch N & D Straßen.

Lieber Verkehrsminister, frag doch mal bei dem französischen Kollegen nach wie das geht.

Das waren sechs Wochen Urlaub von Hase & Igel mit unserem Bulli Jan. Wir sind gespannt wo es das nächste mal für uns hingeht.

Six weeks off – 5. Woche

Montag 16.08. – Sonntag 22.08.

Wir haben lange überlegt ob wir weiter am Atlantik entlang fahren oder ob wir ins Loire Tal abbiegen. Da wir uns auf die Wettervorhersagen nur bedingt verlassen können hat letztlich unser Bauchgefühl entschieden. Wir werden noch einmal zur Insel Noirmoutier fahren und dann die Küste verlassen um das Loire Tal kennen zu lernen. Den Rest des Atlantiks machen wir dann ein anderes mal.

Montag 16.08. – Dienstag 17.08
Saint Nazaire & Noirmoutier-en-l’Île

Montag ist Fahrtag. Wir packen unsere Sachen und kommen wie immer später als erwartet vom Campingplatz los. Erst gegen Mittag können wir uns von unserem Platz Richtung Süden losreißen.
Auf unserem Weg entlang der Küste kommen wir am Hafen von Saint Nazaire vorbei. Hier wird gerade ein neues Kreuzfahrtschiff in der Werft von Chantiers de l‘Atlantique gebaut. Auch wenn wir uns das Reisen auf so einem Kreuzer nicht vorstellen könnten ist es doch spannend zu sehen wie lange an so einem Schiff gebaut wird. Auf dieser Werft wurde auch die Queen Mary 2 gebaut.

Weiter gehts Richtung Insel. Kurz vorher machen wir Halt an einer Saline an deren Hütte auf Deutsch „Entdeckerpfad“ steht. Wir sind neugierig und tatsächlich begrüßt uns der Paludier (Salzbauer) in ganz passablem Deutsch und gibt uns einen Flyer in die Hand damit wir auf Deutsch eine kleine Tour durch die Saline machen können. Wir sind begeistert: Wofür wir bei Guerande 4 Stunden in der Sonne standen gibt es hier in 5 Minuten und auf Deutsch die Zusammenfassung.

JETZT haben wir die Funktionsweise einer Saline auch endlich verstanden 🙂

Ohne es zu Wissen führt uns der Zufall dann auf einen etwas besonderen Weg auf die Insel. Der Weg über die „Passage du Gois“ ist nur bei Niedrigwasser befahrbar und auch dann braucht man eine ganze Menge Geduld und Humor. Wir lassen Euch an der halbstündigen Fahrt auf die Insel im Schnelldurchlauf teilhaben:

Passage du Gois
Musik: Illuminate You // Musiker: Weary Eyes
Url: https://icons8.com/music/

Wir suchen uns einen Stellplatz und tingeln abends noch ein bisschen durch den völlig überfüllten Hauptort der Insel.
Am nächsten Tag fahren wir an die Spitze der Insel und haben einen traumhaften Blick auf den Atlantik. Hier verbringen wir den Tag am Strand und im Bulli und machen eine Flut und eine Ebbephase mit.

Nach einem schönen sonnigen Abendessen am Strand machen wir uns auf den Weg von der Insel. Diesmal aber den Hauptweg über die Hochbrücke.

Die Strecke ist frei und wir fahren ohne Touristenstrom in der Nacht Richtung Loire Tal. Hier enden wir schließlich in Saumur vor einem beleuchteten Campingplatz wo ihr uns am nächsten Morgen einchecken.

Mittwoch 18.08. – Donnerstag 19.08. – Saumur

Am ersten Tag an der Loire sind wir noch recht optimistisch das Tal mit dem Rad erkunden zu können. Allerdings liegt unser Campingplatz schon auf einem Berg und so kommen wir an dem Tag auf ganze 300 Höhenmeter. Für so Flachlandtiroler aus dem hohen Norden ist das schon ganz schön viel.
Wir machen eine kurze Besichtigung der Stadt Saumur und dem dazugehörigen Schloss von außen.

Saumur selbst liegt direkt an der Fahrradroute EuroVelo6 und ist Teil diverser großer Radstrecken. Man kann von Basel aus über die Loire bis zum Atlantik fahren. Wir selbst können mit der Innenstadt leider nicht warm werden. Sie ist sehr dunkel und verwinkelt was uns nicht so zusagt.

Die Weinberge und die Umgebung haben aber wunderschöne Ecken. Wer eine gute Kondition hat, kann super mit dem Rad ins Hinterland fahren. Wir entscheiden uns dann aber doch dazu am nächsten Tag mit Jan weiter zu fahren. Vorteil an der Erkundung mit dem Auto. Wenn man einen leckeren Wein findet kann man diesen auch gleich mitnehmen. So machen wir am nächsten Tag die ein oder andere Weinverkostung. Natürlich nur der Beifahrer.

Freitag 20.08. Loire Tal / Turquant

Wir verlassen Saumur und fahren weiter das Loire Tal entlang. Vorbei an einigen Weingütern und schönen kleinen Ortschaften. Ein Ort davon ist Turquant. Hier finden wir direkt an der Loire eine kleine Künstlerkolonie.
Im Berg eingehauen sind diverse Höhlen mit teilweise kleinen Häusern davor. Das Ganze ist als eine Art Entdeckerpfad aufgebaut.
Der Name: Jeu de piste a Turquant. Wegweiser sind kleine Blechkunstwerke mit Fledermäusen und Insekten.

Hier erfahren wir auch, dass diese Art der Höhlen auf dem ganzen Erdball existieren. Vornehmlich in unseren Breitengraden. In anderen Ländern werden die Höhlen in noch heute als Wohnraum genutzt. Sicher auch, da hier konstante Temperaturen herrschen.

Oberhalb des Pfades werden die Häuser dann schon etwas größer. Wir haben auch ein Objekt gefunden was wir uns vorstellen könnten 🙂

Samstag 21.08. – Azay-le-Rideau

Die Nacht haben wir auf einem traumhaften Platz an einem Zulauf der Loire verbracht und waren dort ganz für uns alleine. Hier hat sich das Tal noch einmal von seiner ganzen Schönheit gezeigt.

Da das Loire Tal auch das Tal der Schlösser ist müssen wir natürlich auch noch Schlösser schauen. Auf unserer Route liegt der Ort Azay-le-Rideau. Genau zur Mittagszeit kommen wir hier an und beschließen ein kleines Restaurant zu suchen. Neben den klassischen Touristenbuden finden wir direkt vorm Château ein kleines Lokal mit einer Mini-Karte. Wir nehmen im Garten Platz und bekommen ein leckeres 2-Gänge Menü serviert. Highlight ist die lokale Cola „La Loère“ die zwar eher aussieht wie Mate, dafür aber einen coolen Bulli im Logo.

Das Château ist von dem kleinen Fluss Indre umgeben welcher das Schloss malerisch einfasst. Besonders interessant finden wir die Bauweise des Dachgeschosses, das uns an ein Schiff erinnert und so wohl nicht alltäglich ist. Aber wir sind da auch keine Fachleute.
Die sonstige Ausstattung der Räume ist mit vielen Geschichten um die Bewohner umrahmt von denen wir vielleicht 2% mal gehört haben. Ganz wichtig: Wenn ein König in einem Zimmer geschlafen hat (sei es auch nur für 2 Nächte) wird sofort das Zimmer nach ihm benannt. Um sich hier richtig reinversetzten zu können muss man schon mehr von alten Königs- und Adelshäusern verstehen wie wir. Interessant ist es allemal.

Das Château selbst liegt in einer traumhaften Gartenanlage und hat sogar einen Garten der Geheimnisse in dem die Herzen von Gartenfreunden aufgehen:

Am Abend finden wir dann einen tollen Stellplatz an der „Cher“ mit einem tollen Sonnenuntergang.

Sonntag 22.08. – Chenonceau & Chaumont

Von unterschiedlichen Quellen wurde uns berichtet, dass Chenonceau auf der Schlössertour nicht fehlen darf. Also sagen wir uns: Hin da!

Wir hangeln uns entlang der Weinstraßen und sehen schon am Anfang den Unterschied zu Azay-le-Rideau. Riesig Tafeln zeigen uns den Weg zum Château und vor der Anlage ist ein großer Parkplatz. Dort bekommen wir den Tipp von einer Segebergerin und ihrem Sohn, dass man für das Schloss zusätzlich zum Ticket noch ein Zeitslot benötigt. Gut denken wir, das ist vernünftig da sich ja sonst alle Besucher zur gleichen Zeit im Schloss tummeln können. Wir haben Glück und ergattern ein Slot, das eine halbe Stunde nach unserer Ankunft liegt.
Ohne den Tipp der Beiden wären wir in dem Schilderwald vermutlich verloren gegangen.

Am Schloss wird das Slot noch einmal geprüft und wir treten ein.
Zu unserem Erstaunen ist das Schloss so überfüllt, dass wir uns sehr unwohl fühlen. Nach einer kurzen Diskussion mit einem der Wärter beschließen wir den Innenraum des Schlosses auszulassen.

Entweder werden zu viele Personen bei den jeweiligen Slots gebucht, oder die Kontrolle findet nicht korrekt statt. In Zeiten von Corona sind wir etwas erschüttert. Der Garten versöhnt uns dann aber mit der Anlage. Wie viel Liebe schon damals in die Anlage solcher Gärten gesteckt wurde ist schon gigantisch.

Das Schloss ist komplett in den Fluss „Cher“ gebaut und man kann unter die Bögen durch paddeln oder sich mit einem Touristenboot fahren lassen.

Zu guter Letzt fahren wir noch am Château Chaumont vorbei.
Auf noch mehr Gärten und Schlösser haben wir allerdings keine Lust und so stellen wir uns zum Abendessen an die Loire und genießen ein letztes Mal die Abendstimmung am Wasser. Dabei können wir beobachten wie mehrere Heißluftballons am gegenüberliegenden Ufer aufsteigen.

Die Loire zeigt sich noch einmal von ihrer allerschönsten Seite bevor wir das Tal verlassen.

Als die Sonne untergegangen ist machen wir uns mit dem Mond auf den Weg und suchen uns einen Stellplatz auf halber Strecke nach Chatres wo wir als nächstes hin wollen.

Unsere Route der 5. Woche

Six weeks off – 4. Woche

Sonntag 08.08. bis Samstag 14.08.

Nachdem wir in der letzten Woche so mittelmäßiges Wetter hatten hoffen wir, dass wir noch einmal richtig Sonne tanken können. Was wir im Vorfeld von der Bucht von Morbihan gehört hatten lässt uns weiterhin hoffen. So frühstücken draußen mit Sonne wäre einfach mal schön zur Abwechslung. Das sollte auch kommen, aber nicht gleich zu Beginn der Woche.

Sonntag 08.08. – Lamor Baden & Baden

Nach einem trüben Start in den Tag schein das Wetter aufzuklaren und wir beschließen gegen Mittag mit dem Rad nach Baden zu fahren. Hier haben wir in einem Reiseführer von einer guten Creperie gelesen und sind neugierig. Ein bisschen Bewegung tut uns sicherlich auch ganz gut. Dort angekommen müssen wir leider feststellen, dass die Creperie zwar noch eine halbe Stunde geöffnet hat, wir allerdings nicht mehr bedient werden. Nach einem kurzen Blick in die kleine Kirche von Baden machen wir uns also auf den Weg zurück zum Campingplatz in Lamor Baden und beschließen einfach unseren eigenen Crêpe zu kreieren. Aus Honfleur haben wir noch Calvados und so gibt es sogar einen mit flambierten Bananen an unserem letzen Abend in der Bucht.

Kirche von Baden

Montag 09.08 – Austern- „Fahrt„

Endlich ist der Tag unserer geplanten Austernfahrt da.
Nachdem es in der Nacht schon wieder geregnet hat sind wir froh, dass wir weiter ziehen in hoffentlich sonnigere Gefilde. Wir packen unsere Sachen und machen uns früher als nötig auf den Weg zum Austerfischer Ivan und seinem Restaurant „Au Rhythmen des Marees“ – „On the Rhythm of the tides“. Kurz vor Ankunft am Restaurant bekommen wir leider die Nachricht, dass die Fahrt aufgrund der Wetterlage nicht stattfinden kann. Etwas enttäuscht kommen wir am Treffpunkt an und wollen zumindest die Austern probieren. Also essen wir morgens um halb 11 Uhr Austern.

Anschließend machen wir noch einen kleinen Spaziergang durch das Naturschutzgebiet zur Insel Sept Iles die bei Ebbe vom Festland aus erreichbar ist. Da wir aber noch weiter wollen verzichten wir auf den Rundgang über die kleine Insel und sind gar nicht mehr so traurig, dass die Tour nicht stattfinden konnte. Gut gelaunt machen wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel – Guerande.

Dienstag 10.08. bis Montag 16.08. Guerande und Umgebung

Wir haben ja schon berichtet, dass das Wetter unsere Reise etwas bestimmt und sicherlich wären wir an einigen Orten länger geblieben wenn das Wetter besser gewesen wäre. Dies sollte sich nun ändern. Als wir am Dienstag den Wetterbericht für die nächsten Tage in Guerande und Umgebung checken steht für uns fest: Wir bleiben erst einmal hier. Wir verlängern bis Montag und haben eine wunderbare, abwechslungsreiche Woche die wie folgt aussah:

Dienstag: 10.08. erste Erkundungsfahrt der Umbgebung Richtung Mesquer

Nachdem der Tag nebelig aber trocken startete kam gegen Mittag die Sonne raus. Wir beschließen unsere Räder zu nehmen und den Norden der Region zu erkunden. Entgegen dem Norden der Bretagne ist es hier relativ flach und wir können sehr schön längere Strecken fahren ohne das Gefühl zu haben an der Tour de France teilzunehmen.

In Mesquer haben wir einen grandiosen Blick auf den Atlantik aber auch auf die Bucht. Anschließend fahren wir über die Velocean ein Stück am Atlantik entlang, bevor wir dann am späten Abend über das Hinterland zurück zum Campinglatz fahren.

Tipps für Radfahrer: In Frankreich muss man im Dunkeln eine Signalweste tragen. Nehmt also auf jeden Fall eure Autowesten mit aufs Rad wenn ihr hier mit dem Rad fahrt.
Wir waren meist auf dem Velocean unterwegs. Einer traumhaften Radfahrstrecke. Zwischen St. Nazaire und der Mündung der Vilaine. Wer mehr über die Strecke wissen möchte kann sich auf der Seite des französischen Fahrradtourismus informieren: https://de.francevelotourisme.com/radroute/velocean

Wie überall in dieser Gegend sind Teile der Häfen bei Ebbe ohne Wasser, so dass die kleinen Boote und Yachten im Watt liegen. Das spannende für uns Norddeutsche: Ebbe und Flut sorgen nicht jeden Tag für eine Flutung der kompletten Buchten, sondern nur bei entsprechender Mondphase. Die Häfen bekommen zwar regelmäßig Wasser, aber die Buchten sind teilweise mehrere Wochen trocken. Das führt dazu, dass es im Watt zu Grasbewuchs kommt der sehr schön aussieht, wenn man die Buchten von den höher liegenden Felsen aus anschaut.

Mittwoch: 11.08. Markt in Guerande
& besondere Begegnung Teil 1

Mittwoch ist Markttag in Guerande. Da wir auch in der Heimat die meisten unserer frischen Waren vom Markt holen beschließen wir uns diesen einmal anzuschauen und uns mit frischen Waren einzudecken.

Mit dem Rad sind es von unserem Campingplatz nur 10 Minuten bis zur Innenstadt. Als wir dort ankommen haben wir beide gleich die Erinnerung an unseren Besuch in Avignon 2018 im Kopf. Beide Städte sind mit einer dicken Stadtmauer umgeben.
Wir schließen unsere Räder vor den Mauern der Stadt an und stürzen uns ins Marktgetümmel. Obwohl die Stadt sehr voll ist haben wir nicht das Gefühl eingeengt zu sein wie wir es in Honfleur hatten.

Gleich am Anfang des Marktes kommen wir an einem Lederhändler vorbei. Anders als die vielen Händler die mit ihren Standardwaren auf jedem Touristenmarkt stehen passt dieser Händler die Gürtel vor Ort an den jeweiligen Käufer an. Wir sind beeindruckt von der Handwerkskunst und kaufen bei diesem lokalen Handwerksbetrieb einen Gürtel & zwei Armbänder, die uns noch lange an diesen Urlaub erinnern sollen.

Weiter im Inneren des Marktes werden Fisch, Fleisch, Gemüse und Käse in einer atemberaubenden Vielfalt angeboten. Wir entscheiden uns für einen kleinen Gemüsestand in zweiter Reihe und werden nicht enttäuscht. Als wir noch so überlegen wie wir dem Händler unsere Wünsche auf Französisch mitteilen spricht uns sein Sohn in akzentfreiem Deutsch an ob er uns helfen könne. Total verdattert erfahren wir, dass der Junge mit seiner Mutter in der Nähe von Dortmund lebt und in den Ferien bei Papa in der Nähe von Guerande. Da der Vater einen Gemüseanbau betreibt hilft er dort auch mit. Die Erklärungen die wir zu den Tomaten und anderen Leckereien erhalten haben hätten wir sonst wohl nie erhalten.

Zum Schluss statten wir der traditionellen Markthalle noch einen Besuch ab und ergattern neben Käse noch Garnelen, die wir Mittags mitessen werden.

Nach diesem vorzüglichem Essen gab es erst einmal eine Runde Mittagspause die recht unverhofft unterbrochen wurde.
Bekannte von uns sind nämlich auch am Atlantik unterwegs und haben sich für die Route von Bordeaux aus in den Norden entschieden. Wir waren zwar die ganze Zeit in Kontakt, aber wir hätten nicht damit gerechnet, dass sie wirklich bei uns halt machen. So gab es über 1500 km von der Heimat entfernt ein freudiges Wiedersehen, welches mit einem Abendessen in Guerande gefeiert wurde.

Ohne diesen Zufall wären wir vermutlich nicht Abends in die Stadt gefahren und hätten die tolle Illumination verpasst. Aber seht selbst:

Donnerstag: 12.08. Salinenführung
& besondere Begegnung Teil 2

In einem Reiseführer haben wir von der Salinenführung eines Franzosen erfahren, der mit einer Deutschen verheiratet ist und daher sehr gutes Deutsch spricht. Also haben wir eine Führung bei Nicolas Arnould gebucht. https://de.labaule-guerande.com/besuch-einer-saline-nicolas-arnould-mesquer.html
Laut Tourismusbüro sollte die Führung ca 2,5 Stunden dauern worauf wir uns auch einstellten. Dummerweise hatten wir vorher nicht nachgefragt, ob er die wichtigsten Punkte auch auf deutsch erklärt. Somit waren wir dann auf unsere paar Brocken Französisch und seine Antworten auf unsere Nachfragen beschränkt. Nicolas hat in Heidelberg studiert und vor 30 Jahren seinen Bürojob aufgegeben um Paludier (Salzbauer) zu werden. Diesem Beruf geht er mit voller Leidenschaft nach und somit verlängerte sich die Führung über 3km auf ganze 4 Stunden bei strahlender Sonne. Wir waren heilfroh, dass wir genug Wasser mit hatten. Sind jetzt aber schön braun.

Wer eine Salinenführung auf Deutsch möchte sollte unbedingt vorab Kontakt zu Nicolas aufnehmen. Er erklärt auch außerhalb der Führungen gerne seinen Job. Aber nehmt Zeit mit, denn er hält gerne ein „Schwätzchen“ wie er selber sagt.

Nach einer kleinen Stärkung am Pizzastand des örtlichen Carrefour Marktes ging es dann zurück zum Campingplatz wo wir mit unseren Bekannten dann lecker Crêpe gemacht haben.

Da am Mittwoch noch weitere Camper mit dem Kennzeichen STD dazu gekommen waren saßen wir zu sechst in schöner Runde bis spät abends zusammen. Die beiden anderen aus dem schönen Landkreis Stade sollten uns noch bis Sonntag erhalten bleiben und so haben wir schöne Abende zusammen verbracht und werden uns sicher auch in der Heimat noch einmal wiedersehen. Wir freuen uns jetzt schon.

Freitag 13.08. – Guerande Teil 2

Nach den Strapazen und dem geselligen aber langen Abend haben wir uns dazu entschlossen den heutigen Tag entspannt angehen zu lassen.

Erst gegen späten Nachmittag als die Sonne ihren Zenit überschritten hatte und wir in Pool und Sonne unseren Urlaub genossen haben, wollten wir die Stadt Guerande noch einmal ohne Markttag erkunden.

Die Stadt hat ihre heutige Größe und Eleganz wie fast alles hier in der Region vom Salzbau erhalten. Über Jahrhunderte war das „weiße Gold“ wie Salz in Europa genannt wurde ein Garant für Reichtum.
Das Salz wurde in den Salinen die zur Stadt gehörten abgebaut und über den Hafen Le Croisic nach Portugal, Spanien, Schottland und England, aber auch bis an die Ostsee verschifft. Die Hanse, die wir gerade im Mittelalter als Herrscher über die Meere in Erinnerung haben wurde hierbei gemäß der hiesigen Historiker außen vor gelassen. Somit blieb das Geld in der Region und wurde hier auch wieder investiert. Unter anderem in eine große Stadtbefestigung die zu großen Teilen heute noch steht.

Samstag 14.08. – Radtour
Piriac-sur-Mer & Pen Bron

Bei besten Wetter geht es heute wieder aufs Rad.
Wir starten Richtung Piriac-sur- Mer und werden vom dortigen Markttreiben überrascht. Nach einem ausgiebigem Bummel gibt es erst einmal eine Stärkung in einem Restaurant das in einer alten Tankstelle gebaut worden ist.
Nach gutem Essen zu fairen Preisen erkunden wir in der Mittagshitze das alte Fischerdorf, müssen uns dann aber bald ein schattiges Plätzchen suchen an dem wir ein Nickerchen machen können.
Das Dorf hat abseits der Hauptstraßen noch viel von seinem ursprünglichen Charme beibehalten und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Satt, ausgeruht und gestärkt geht es weiter der Küste entlang bis zum äußersten Zipfel von Pen Bron. Hier ist außer einem Aussichtsturm und einem Strand nicht wirklich viel zu sehen.

Ein Hotelgelände ist komplett verlassen und diente früher als Sanatorium für TBC kranke Kinder sowie als Stützpunkt des Atlantikwalls der Nazis. Ein Foto des imposanten Gebäudes wurde uns leider von den Sicherheitskräften verwehrt. (Vorsicht Videoüberwachung ist wirklich aktiv 😳)

Sonntag 15.08. – letzter Tag in Guerande mit Überraschung

Heute verabschieden wir unsere Campingnachbarn aus STD und wollen auch unsere Sachen noch einmal sortieren bevor es dann morgen weiter geht. Es ist schon erstaunlich, wie schnell man Menschen ins Herz schließen kann die man eigentlich gar nicht kennt. Wir hatten 3 tolle kurzweilige Abende gemeinsam mit guten und vor allem nicht nur oberflächlichen Gesprächen. Wir sind uns sicher, dass diese Urlaubsbekanntschaft noch in dem ein oder anderen netten Abend in der Heimat weiter geführt wird.

Eigentlich wollen wir heute nur einen kleinen Bummel zum Abschied durch die Stadt machen um dann unseren „Jan“ bereit zur morgigen Abfahrt zu machen. Letztlich landen wir bei einem Verleih von E-Scootern und machen eine knapp 2,5 stündige Tour durch die Briere. Den Teil der Gegend, den wir bis dato außen vor gelassen hatten. – Also eigentlich der perfekte Abschluss des Aufenthalts.

Tipp: Wer in Guerande ist sollte sich unbedingt so ein Teil ausleihen. Es gibt unterschiedliche Touren. Wir waren von unserer schwer begeistert. Mehr dazu unter https://www.lestrottesdelouest.com/ Die Einführung wird auch auf Englisch gemacht.

Zur Tour: Die Briere ist eine Sumpflandschaft in der früher Torf abgebaut wurde und aus dem Moorholz Pfeifen gebaut wurden. Die Pfeifen sollen wohl berühmt sein… Die Gegend ist es alle mal wert besucht zu werden. Beim nächsten mal machen wir dann vielleicht auch eine Tour mit dem Fährmann über das Moor.

Übersichtskarte der Region Guerande aus einem Prospekt der Touristeninformation
Zur Info. Da die Akzentsetzung im französischen für uns noch ein Buch mit sieben Siegeln ist haben wir einfach jegliche Akzente weg gelassen um keine Verwirrung zu produzieren. Wir denken, dass der Text trotzdem lesbar ist. 
Unser Route in Woche 4
Viele KM sind es nicht geworden, aber man soll ja da bleiben wo es schön ist.

Six weeks off – 3. Woche

Sonntag 01.08. bis Samstag 07.08.

Wir feiern Bergfest. Die Hälfte unseres Urlaubs ist vorbei und wir hatten jetzt schon alles dabei:
Regen, Wind, Sonne, Meer, Kultur, Historie, kleine persönliche Highlights und große Attraktionen. Gerade am Anfang dieser Woche war es für uns schwer zu verstehen, dass wir eben nicht (wie sonst immer) die Rückreise planen müssen sondern einfach weiter fahren können. Wir hatten beide nach unserer Schulzeit noch nie so viel Urlaub am Stück und sind dann und wann immer noch verwirrt wenn wir feststellen wie lange wir noch haben. GROSSARTIG!
An dieser Stelle einmal einen großen Dank an unsere Arbeitgeber die das ermöglicht haben.

Sonntag 01.08. – Le Mont Saint Michel

Bereits am Samstag haben wir den sagenumwobenen Berg erreicht, der eigentlich eine Insel ist. Und auch am Samstag erkunden wir bereits wie wir am besten dort hin kommen, denn eins ist klar – wir wollen auf keinen Fall mit dem großen Touristenstrom ankommen sondern früh morgens vor den Massen den Berg erkunden.

Zum Berg selbst ist zu sagen, dass die Kathedrale darauf gebaut worden ist, da dem Bischof Aubert von Avranches im Jahre 708 der Erzengel Michael erschienen ist und dieser ihn aufgefordert hat eine Kirche für ihn zu bauen. Es gibt Berichte, dass dieser sich zu Lebzeiten weigerte, und erst seine Nachfolger den Bau beauftragten. Andere Berichte sagen aber das er den Bau der ersten Kirche selbst beauftragt hat.
Es wurde ein Kloster der Benediktiner errichtet, dass die Jahrhunderte überdauerte und viele Kriege und Angriffe standhielt. Erst während der Französischen Revolution wurde die Abtei aufgelöst und ein Gefängnis darin errichtet, welches insbesondere für politische Gefangene diente. Erst in den 60er Jahren sind Mönche zurück auf den Berg gekommen.

Der Anblick des ganzen Komplexes ist vom Festland atemberaubend. Egal ob man am späten Abend oder am frühen morgen (wir haben beides gemacht) durch die Wiesen zum Berg fährt oder läuft man wird bei jedem Wetter von der bloßen Erscheinung erschlagen. Auf dem Berg selbst ist dann alles sehr touristisch ausgelegt. Die engen Gassen sind übersät mit Restaurants und Souvenir-Shops. Auch Übernachten kann man auf dem Berg.
Da wir recht früh am morgen ankommen müssen wir nach unserer Tour durch die Gassen noch eine knappe Stunde warten bis die Abtei um 9 Uhr die Tore öffnet. ACHTUNG für alle die die Abtei besichtigen wollen: Man muss vorher online ein Ticket buchen. Wir hatten zum Glück guten Empfang auf dem Berg und konnten das dann vom Handy aus erledigt.
Die Abtei und die angrenzenden Gebäudekomplexe sind wirklich sehenswert.

Der Weg zum Berg

Montag 02.08. – einmal quer durch die Bretagne

Am Montag machen wir einen etwas größeren Sprung in Richtung Süden aber erst einmal geht es nach Saint Malo. Die historische Altstadt soll sehr schön sein und so wollen wir die natürlich nicht auslassen. Leider müssen wir dort angekommen feststellen, dass die Stadt nicht gerade offen für Camper ist, denn alle Parkplätze die auch nur in der Nähe der Altstadt sind weisen Höhenbegrenzungen von 2,00m oder teilweise sogar 1,90 auf. Letzteres wäre für Janni sogar ohne Fahrräder zu tief.
Also fahren wir durch Saint Malo und suchen uns am Rande der Altstadt ein kleines Café am Hafen wo wir lecker frühstücken können. Saint Malo müssen wir wohl ein weiteres Mal einen Besuch abstatten, dann mit mehr Zeit und bike.

Weiter gehts durch die Bretange in den Süden Richtung Golf von Morbihan. Durch einen kleinen Umweg landen wir ohne es gewusst zu haben in der Sagenwelt des König Artus.
Mitten in der Bretagne erscheint auf der linken Straßenseite ein Schild mit einer Info über König Artus. Das macht uns neugierig und da wir eh eine Pause machen wollten beschließen wir mal ums Eck zu schauen.
Prompt landen wir beim Einlass in das Château de Comper et Broceliande.
Das Château hat schon einige Jahre auf dem Buckel und der Zauberer Merlin soll hier ein unsichtbares Schloss für seine geliebte errichtet haben. Jetzt sind wir keine unbedingten Fans der Keltischen Sagen, aber die Art wie der Platz aufgemacht und erklärt wird ist schon einen Stopp wert wenn man gerade in der Region ist. Mit einer Buchhandlung und einer Ausstellung über Artus, Merlin und die Dame des Waldes alias Vivian die Geliebte von Merlin kann man in die Welt der Sagen eintauchen.

Der Wald um das Château soll ein Platz sein um in die „Anderswelt“ der Kelten einzutauchen. An solchen Orten sollen die Kelten ihre Verbindung zur Zwischenwelt aufgebaut haben. Wir erinnern uns an einen früheren Besuch im Druidenhain im Frankenland in Bayern und können uns schon vorstellen, dass für Menschen die den Glauben besitzen hier besondere Kräfte wirken.

Am späten Nachmittag erreichen wir die Region Morbihan und stellen das erste mal in unserem Camperleben fest, dass zur Hauptsaison auch mal Campingplätze ausgebucht sein können. So ist es auf jeden Fall in der Region Baden / Lamor Baden. Drei Campingplätze sind ausgebucht und da wir keine Lust haben weiter zu suchen entscheiden wir uns für eine Planänderung. Wir fahren erst einmal auf die Halbinsel mit Hauptort Quiberon. Da An-/ und Abreisetag ist schlängeln wir uns in einer Metalllawine durch die Bucht. Nach gefühlt 5 Stunden (es waren nur 1,5h Stop & Go) halten wir am Eingang der Halbinsel an und berühren mit unseren Füßen zum ersten Mal den Atlantik.
Da die Metalllawine immer noch unterwegs ist beschließen wir die Nacht auf dem Parkplatz neben anderen Campern zu verbringen und am nächsten Morgen einen Campingplatz zu suchen.

Dienstag 03.08. bis Freitag 06.08. – Quiberon & Belle Ile en Mer

Am nächsten morgen finden wir einen Campingplatz direkt in Quiberon. Da der Tag etwas verregnet ist beschließen wir erst einmal Wäsche zu waschen und den Bulli aufzuräumen.

Mittwoch scheint tatsächlich wieder die Sonne. Eigentlich wollen wir hier schon auf die Insel Belle – Ile aber die Fähren für Fahrräder sind leider schon ausgebucht und wir machen eine Tour auf dem Festland.
Bei strahlendem Himmel fahren wir am Atlantik entlang und genießen den Blick auf die Wellen, den Strand, aber auch die Natur im Inneren der Halbinsel die durchaus sehenswert ist. Zwischen wildem Fenchel und Heidepflanzen entdecken wir eine tolle Flora & Fauna.

Die Klippen sind bei auflaufendem Wasser besonders beeindruckend und die Wellen werden von vielen Surfern genutzt.

Sogar ein „kleines Etretat“ gibt es hier. Zumindest erinnert die Felsformation stark an die Felsen an der Kanalküste.

Zu Mittag essen wir in einem wirklich guten Restaurant: dem „La Vivier“ eine grandiose Meeresfrüchteplatte sowie eine leckere Krabbe. Sehr zu empfehlen, aber frühes erscheinen sichert gute Plätze. Wir mussten „nur“ eine halbe Stunde warten.

Donnerstag fahren wir dann endlich auch auf die Belle Ile.
Mit leichtem Regen geht es auf die Fähre, aber auf der Fährfahrt klart sich das Wetter auf und wir sind guter Dinge einen schönen Tag auf der Insel zu verbringen.

Leider sollten sich unsere Hoffnungen nicht bewahrheiten und genau bei Ankunft der Fähre fängt es auf der Insel an zu regnen.
Wir sind immer noch guten Mutes und fahren erst einmal weiter. Doch je mehr wir ins Inselinnere kommen desto stärker wird der Regen.

Auf dem Weg von La Palais nach Sauzon sind wir irgendwann so durchnässt das wir den nächsten Campingplatz ansteuern und erstmal unsere Sachen in den Trockern packen. Nach knapp zwei Stunden geht es wieder zurück zum Hafen von La Palais. Lieder hat es die Schöne Insel (deutsche Übersetzung) nicht so schön mit uns gemeint.

Einziges Highlight ist die Kirche von Saint Geran deren Altarraum mit so vielen Mosaikbildern von oben bis zum Boden verziert ist, dass wir aus dem Staunen nicht raus kommen. Die Kirche ist wenigstens ein kleiner Lichtblick an diesem Schattentag und wir sind dann doch froh zurück auf dem Campingplatz zu sein und uns warm duschen zu können.

Unser Fazit: Belle Ile ist sicherlich eine schöne Insel, aber nur bei guten Wetter. Und sollten wir noch einmal dort hinfahren leihen wir uns E-Baggies aus, die dort überall fahren und immerhin ein Dach haben. Außerem ist es WIRKLICH nicht zu empfehlen ohne Training mit einem normalen Bike auf die Insel zu fahren, denn die Berge sind wirklich nicht ohne.

Freitag 06.08. – Carnac

Wir verlassen die Halbinsel Quiberon und machen uns erneut auf den Weg zum Golf von Morbihan. Auf dem Weg halten wir in Carnac.

Hier ist die Größte zusammenhängende Hinkelsteinformation der Welt. Fast 3.000 sogenannte Menhire stehen hier und werden auf 3000 bis 5000 vor Christus datiert. Platt gesagt – die sind Steinalt. Forscher wissen leider immer noch nicht genau was die Steine zu bedeuten haben, die der Größe nach sortiert über eine Distanz von 4 km mit kleinen Unterbrechungen stehen.

Nach einer Wanderung um die Steine begeben wir uns beeindruckt weiter auf unseren Weg.

Samstag: 07.08. – Lamor Baden

Die erste Nacht in Lamor Baden ist schon einmal wesentlich entspannter, wenn auch mit genauso viel Regen, aber weniger Wind als am Atlantik.
Wir sind doch noch etwas geschafft von der nassen Fahrradtour und beschließen den Tag auf dem Campingplatz bzw. im und am Bulli zu verbringen. So ein entspannter Tag hat auch einmal etwas für sich.

Abends erkunden wir noch einmal die Gegend und die schöne Bucht und legen uns wieder entspannt schlafen.

Golf von Morbihan
Unsere Route der 3. Woche

Six weeks off – 2. Woche

Sonntag 25.07. bis Samstag 31.07.

Die erste Woche verging wie im Fluge und wir können noch gar nicht so richtig fassen, dass wir jetzt wirklich insgesamt 6 Wochen out off office sind. Dennoch genießen wir jeden Tag und fangen auch langsam an uns an die Zeit des Reisens und des Verweilens zu gewöhnen. Hier nun also unser Bericht der zweiten Woche.

Sonntag – Dienstag: Petit Caux

Unser erster längerer Halt ist in Petit Caux. Gefühlt ist hier das Ende der Welt, aber genau das ist es was wir gerade brauchen. Der ganze Ort scheint nur erreichbar zu sein, wenn man definitiv hier landen möchte.
Unser Campingplatz ist auf einem Hügel vor der Steilküste.
Zum Strand führen zwei Treppen und eine recht steile Straße.
Am ersten Abend ist es schon dunkel als wir endlich eingerichtet waren und so sehen wir nur einen kleinen Steinstrand.

Am nächsten Tag kam dann die große Überraschung.
Bei Ebbe konnten wir recht weit in die Bucht hinein laufen. Und die Steilküste vom Watt aus bestaunen. Es gibt unheimlich viele Muscheln und Krebse die von den einheimischen auch fleißig gesammelt wurden. Später lernen wir, dass es dazu extra Richtlinien gibt. Das ist uns dann aber doch etwas zu heikel und wir sind froh am Sonntag den Muscheltopf im Restaurant direkt neben dem Campingplatz gegessen zu haben.

Kulinarisch haben wir auf jeden Fall auch alles probiert was uns der Ort geboten hat. Am Montag war die Empfehlung des Tages Andouillette auf der Speisekarte. Nichts ahnend was wir da eigentlich genau bestellen haben wir uns an das Experiment gewagt… wen es interessiert – einfach mal bei Wikipedia schauen. Wir müssen es nicht noch einmal haben.

Am Dienstag sind wir dann früh aufgebrochen um uns Fecamp und Etretat anzuschauen.

Dienstag: Fecamp & Etretat

Am frühen Vormittag erreichen wir die kleine Hafenstadt Fecamp. Die Stadt war früher Sitz der Beneditktiner, die aber 1789 nach einer Plünderung die Stadt verlassen haben. Noch heute wird im ehemaligen Kloster ein Likör hergestellt, den wir aber in den frühen Morgenstunden nicht testen wollten. Claude Monet hat hier in Fecamp und Etretat auch etliche seiner Künstlerstunden verbracht und schuf die noch heute zu bestaunenden Werke von einer gigantischen und traumhaften Felsenküste.

Wir machen eine Wanderung durch die Stadt vom Kloster runter zur Abtei der Heiligen Dreifaltigkeit und stoßen dabei auf einem Garten der vor langer Zeit von einem Arzt angelegt wurde und der nun zum verweilen vom Stadttrubel einlädt.

Stadtplanerisch ist interessant, dass das Wohnviertel zwischen Kloster und dem heutigem Hafen erst um 1850 herum entstanden ist. Also weit nachdem die Mönche die Stadt verlassen haben. Wir vermuten, dass die französische Revolution der Stadt weiteren Handel beschert hat, können dafür aber keine weiteren Hinweise finden.
Gebaut wurde dieses Viertel aus einer Mischung aus Ziegel, Putz & Alabaster sowie Feuersteinen. Wir vermuten das die beiden letzteren zu dieser Zeit ein günstiges Baumaterial an der Küste waren und sich Steinmetze auf das Sammeln und bearbeiten der Steine spezialisiert haben.

Gegen Mittag stolpern wir gleich in der Nähe der Abtei an einem kleinen Restaurant vorbei, wo wir ein typisches französisches Mittagessen zu uns nehmen. Dem „Table de Benoit“.
Für unter 50 EUR haben wir ein vorzügliches 2 Gänge Menü mit Wein, Espresso und grandiosem Nachtisch gegessen.

Dann geht es weiter nach Etretat: Gleich am Eingang des Ortes in dem lediglich 1200 Einwohner wohnen fanden wir einen Parkplatz auf dem wir auch die Nacht verbringen konnten. Wie üblich liefen wir nicht der Masse nach sondern sind einem kleinen Weg mit der Aufschrift Felsen gefolgt. Durch etwas matschiges Gebiet mit vielen Pfützen sind wir vorbei am „Küstengolfplatz“ über den wir sogar schon einen Bericht im NDR gesehen hatten. Laut diesem Bericht hat der Platzwart hier einiges zu tun, da im Herbst die Stürme am Ärmelkanal Salzwasser auf den Platz spülen.

Nach einigen Unwegsamkeiten kommen wir also an den Felsen an und haben bei strahlendem Sonnenschein einen großartigen Blick auf die Felsküste. Nach einigen Fotopausen wandern wir weiter in Richtung Dorf und genehmigen uns einen Drink mit Aussicht. Erst jetzt schlägt das Wetter um. Nach einem kleinen Regenschauer können wir trockenen Fußes zurück zu unserem Jan und genießen ein klassisches Camper- Abendessen im Bulli.

Mittwoch – Samstag Omaha Beach – Landungsstrand der Alliierten in der Normandie

Noch vor 9 Uhr machen wir uns auf dem Weg nach Omaha Beach.

Wir lassen Le Havre rechts liegen und fahren über die Pont du Normandie. Eine beeindruckende Brückenanlage über die Seine. Dagegen kann die Köhlbrandbrücke echt einpacken… wobei sie das ja auch bald macht. 🙂

Musik: Flow // Musiker: LiQWYD
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Es folgte ein kurzer Aufenthalt in Honfleur.
Für Norddeutsche erinnert die Stadt ein wenig an die Hamburger Deichstraße. Nur eben, dass die ganze Stadt so aufgebaut ist. Durch die Nähe zu Le Havre war die Stadt allerdings sehr voll und wir haben uns entschlossen nach einem völlig überteuertem Kaffee weiter zu ziehen.

Am Nachmittag sind wir dann endlich am Omaha Beach angekommen.
Via App haben wir uns einen kleinen Campingplatz etwas Abseits ausgesucht. Anstatt der geplanten Nacht für die Durchreise bleiben wir ganze drei Nächte hier. Das Wetter sollte gut werden und der Platz hatte eine gute Lage für Erkundungstouren in der Umgebung.

Noch am Abend machen wir eine erste Runde mit den Rädern und sehen auch schon die ersten Bunkeranlagen. Beeindruckend und gleichzeitig gruselig…
Der Strand strahlt eine solche Ruhe aus, dass man sich nur schwer vorstellen kann was hier vor nicht mal 80 Jahren passiert ist.

In den nächsten zwei Tagen genießen wir das gute Wetter am Ärmelkanal aber beschäftigen uns auch mit dem D-Day und seinen Auswirkungen auf die Region.

Die Französische Regierung hat nach dem Krieg die Landungsfläche am Omaha Beach zum Ort des Gedenkens und der Erinnerung als amerikanisches Staatsgebiet überschrieben. Wir bewegen uns also zum Teil auf amerikanischen Territorium. Über 10.000 gefallene und identifizierte amerikanische Soldaten haben so Ihre letzte Ruhestätte in einem gigantischen Monumentalpark in amerikanischem Boden erhalten. Im sich anschließenden „Garden of the Missing“ sind weitere 5000 Soldaten benannt. Das Betreten der Anlage veranlasst uns zum Nachdenken und wir können uns das was sich hier abgespielt haben muss nur schwer vorstellen. Auch sind wir einige der wenigen deutschen Besucher des Areals…

Am Tag der Abreise haben wir dann noch einen Abstecher ins 17km entfernte La Cambe gemacht. Hier ist die deutsche Gedenkstätte als „Garten des Friedens“ angelegt, in dem 21.000 deutsche Soldaten begraben liegen. Viele davon nicht älter als 18 Jahre und etliche ohne Identifizierung. Die dt. Kriegsgräberfürsorge ermöglicht noch heute Angehörigen den Besuch und im angrenzenden Museum werden wir Teil der unfassbaren Taten der auch hier begrabenen Soldaten der Waffen SS. Im Park des Friedens wurden von unterschiedlichen Menschen Bäume gespendet, die das Areal heute begrenzen und Hoffnung geben sollen aber auch Schutz. Wir nehmen die amerikanische sowie die deutsche Gedenkstätte sehr unterschiedlich wahr. Auf der dt. Gedenkstätte sind jedoch Besucher an zwei Händen abzuzählen…selbst unsere Bundeskanzler meiden diesen Ort aufgrund der hier liegenden Soldaten der Waffen SS. Wir verlassen mit etwas gedrückter Stimmung diesen Ort und schließen für uns das Kapitel der Erinnerung.

Hier einmal die Route unserer zweiten Woche eingezeichnet:

Unsere zweite Woche

Sonntag 18.07. – Samstag 24.07.

Einfach mal raus aus dem Alltag… der Traum vieler die tagtäglich zur Arbeit gehen. Meistens endet der Wunsch im 2-3 wöchigen Sommerurlaub.

Nachdem wir unseren Jan bereits Anfang 2020 gekauft haben und uns Corona nicht wirklich weit reisen lassen hat wollten wir uns dieses mal nicht mit den üblichen Trip zufrieden geben. Also sind wir zu unseren Chefs und haben kurzerhand mal 6 Wochen Urlaub bzw. Auszeit beantragt.

Jetzt ist es also soweit: Nach langer Planung und vielen ungewissen Momenten ob wir uns nicht doch wieder in einer Corona-Welle befinden ging es für uns beide also vollständig geimpft los.

Sonntag – Montag: Familienbesuch im Emsland

12:10 Uhr -> die Klamotten sind gepackt, die Technik in diversen Boxen verstaut (eine fürs Auto, eine für Kamera und bloggen), und unser Jan ist vollgetankt.

Wir verlassen Buxtehude bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Emsland zum Familienbesuch. Nach ausreichend essen und letztem Provianteinkauf am Montag ging es dann am Dienstag richtig los.

Dienstag: Haselünne

Die Stadt der Brennereien war unserer erster Stop. Dort hatten wir einen Rundgang durch die Berentzen Brennerei gebucht und uns ein paar Produkte schmecken lassen.

Obwohl die Produktion mittlerweile komplett in andere Standorte verlagert worden ist konnten wir gute Einblicke in die Hintergründe der Brennkunst ergattern. Ein kleines Mitbringsel begleitet uns jetzt durch unseren Urlaub.

Natürlich wollten wir nach der größten Brennerei der Stadt auch noch die anderen (Heydt und Rosche) sehen und haben einen Bummel durch die Stadt gemacht.

Abends haben wir dann den hiesigen Stellplatz angesteuert und konnten sogar noch eine kleine Tour mit dem Treetboot auf dem Haselünner See machen.

Mittwoch: Auf gehts!

Aufgrund der hohen Corona Zahlen in den Niederlanden haben wir unseren ursprünglichen Plan etwas umgestellt und sind nicht erst über über die Niederlande gefahren sondern direkt weiter Richtung Frankreich. Unseren ersten Stop machten wir zwischen Antwerpen und Gent.

Inmitten eines wunderbar angelegten Parks lag der Campingplatz Puyenbroek den wir uns ausgesucht hatten. Hier ist wirklich für jeden was dabei. Golfen, Schwimmen, Radfahren inkl MTB Strecke, Streichelzoo, Mühlenmuseum und Naturlehrpfade. Wir hatten einen guten Platz für die Nacht und konnten unser Bullimonster (so nennen wir unser WC) das erste mal entleeren.

Donnerstag: Cap Gris – Nez

Endlich erreichen wir Frankreich.

Nach einer etwas turbulenten Fahrt durch Ostende und Nieuwport waren wir froh auf die Autobahn zu wechseln und unser erstes Ziel anzusteuern: Decathlon Calais

Hier wollten wir uns eigentlich mit einem Camping- Wasserkocher und weiteren Gaskartuschen ausstatten, aber der Laden war genau wie die deutschen Campingmärkte komplett leer gekauft. Also ging es weiter zum Punkt mit der geringsten Entfernung zwischen Frankreich und Großbritannien. Am Cap Gris – Nez ist die Entfernung zur britischen Insel nur 33 km.

Leider war das Wetter etwas diesig, so dass wir nicht ganz rüber gucken konnten, aber die Küste ist trotzdem gigantisch. Am Cap ist auch die nautische Zentrale dieses Kanalabschnitts. Man kann sich vorstellen, dass die Mitarbeiter hier alle Hände voll zu tun haben. Nicht nur das der Ärmelkanal DIE Verbindungsroute zwischen Atlantik und Nordsee ist, auch die Calais – Dover Fähre und einige andere Fährverbindungen kreuzen den Kanal. Hier heißt es also wachsam sein. Ein Wunder das hier nicht mehr Unfälle passieren. Wir raten dringend davor hier durchzuschwimmen, auch wenn das schon einige Wagemutige gemacht haben.

Freitag: Museum Batterie Todt

Wir starten den Tag mit etwas Historischer Bildung.
Gegenüber unseres Campingplatzes befindet sich ein Museum in und um die Batterie Todt. Herr Todt hat diese Bunkeranlagen gebaut und hatte sogar eine eigene Einheit. Die Operation Todt.

Dort sehen wir das erste mal die Ausmaße der deutschen Besatzung während des 2. Weltkriegs an der Westküste Europas. Der Bunker und die noch vollständig erhaltene Kanone sind ein Mahnmal gegen das Vergessen. Es ist bedrückend zu sehen wie die französische Bevölkerung mit einverleibt worden ist in die Interessen der Nazis. Hier galt das Motto: Wer nicht mein Freund ist, ist mein Feind. Und wir wissen ja alle was die Nazis mit ihren Feinden gemacht haben. Da das Fischen an der Küste nicht mehr möglich war musste die lokale Bevölkerung zwangsweise mit den Besatzern zusammen arbeiten um nicht zu verhungern.

Nach so viel dunkler deutscher Vergangenheit mussten wir erst einmal durchatmen. Also sind wir zum nächsten Strand gefahren und haben uns erst einmal in die Sonne gelegt und Steine gesammelt. Letzteres geht an einem Steinstrand wie er hier üblich ist natürlich besonders gut.
Anschließend haben wir mit dem Fahrrad die Gegend erkundet und ein paar Grundsachen im örtlichen Supermarkt gekauft.

Abends wurde es dann nochmal richtig gemütlich mit einem tollen Sonnenuntergang am Strand. Das Wetter sollte aber nicht so bleiben und so haben wir nachts unseren ersten Sturm am Ärmelkanal erlebt. So richtig mit Regen, Donner und Blitz. Unserem Jan hat das aber nichts ausgemacht und wir konnten beruhigt schlafen, genau wie die Kühe vor deren Feld wir standen. 😉

Samstag: Saint Valery sur Somme

Nach einer Woche unterwegs wollten wir erst einmal irgendwo ein bisschen entspannen. Dazu haben wir uns den kleinen Ort Petit – Caux ausgesucht.

Auf den Weg dorthin sind wir an der kleinen Hafenstadt Saint Valery sur Somme vorbei gekommen. Eine kleine niedliche Stadt an der Mündung der Somme. Hier kann man Kanutouren entlang der Somme machen oder auch mit dem Rad fahren.
Ein besonderes Highlight war für uns die traditionelle Eisenbahn, die für touristische Zwecke durch das Somme-Tal fährt.

Historische Eisenbahn von Saint Valery sur Somme

In Petit- Caux angekommen richteten wir uns erst einmal ein.
Mitten im Nirgendwo gelegen ist es hier sehr ruhig.
Der Strand ist bei Flut recht schmal, dafür kann man bei Ebbe eine grandiose Felsformation bewundern.
Hier bleiben wir bis Dienstag um erst einmal etwas runter zu kommen von unserem Alltag zu Hause. Mehr dazu dann in der nächsten Woche.

Unser erster längerer Trip führte uns an die Nordseeküste.

Lange bevor Jan zu uns kam haben wir bereits eine Woche mit Familie in einem Haus in Dänemark gebucht.

Nun war uns zwar ein Zimmer zugeteilt, aber wir wollten dennoch die Reise mit Jan begehen.

So machten wir uns am 20. Juni auf den Weg in Richtung Elbfähre.
Jan lernte also schwimmen und er hat seine erste Schwimmreise trotz leichtem Seegang recht gut gemeistert, so dass wir unbeschadet den Weg in Schleswig-Holstein weiter führen durften.

Teil 1 – Schleswig -Holstein


Wir ließen uns Zeit bei der Fahrt und schlängelten uns über Husum direkt an der Küstenstraße durch die Dörfer und zum großen Teil mit Blick auf die Nordsee.

Eigentlich wollten wir eine Nacht in St. Peter Ording verbringen. Aber der Hunger hat uns einen anderen Weg verschafft.

Einmal kurz auf Google geschaut fanden wir im kleinen Städtchen Meldorf ein kleines Restaurant das unsere Aufmerksamkeit erlangte. In der Südermühle fanden wir leckeren Matjes in verschiedenen Variationen und waren sehr begeistert von, Essen, Location und Gastgeber. Letztere haben es in sich, denn das Ehepaar Penner hat die alte Mühle vor 30 Jahren vor dem Zerfall gerettet und dann neu aufgebaut.

Heute wird das Restaurant nur noch als Hobby an zwei Tagen die Woche (Freitags und Samstags) geöffnet. Das besondere ist, dass Herr Penner heute bereits 90 Jahre ist und sich mit dem Restaurantbetrieb fit hält.

Schaut gerne vorbei und haltet einen Schnack mit dem Betreiberehepaar. Da gibt es sicherlich für jeden was zu erzählen. Wir waren total begeistert, ein ehemaliger Schifffahrtskauffmann einer großen Hamburger Reederei, der seine Schiffe gegen eine Mühle eingetauscht hat.

http://www.suedermuehle.de/

Final übernachtet haben wir dann auf einem kleinen Campingplatz in Wesselbuhren. Wo wir spät abends ankamen und am nächsten Tag gleich weiter gezogen sind.

Am nächsten Tag ging es dann Früh morgens weiter.
Unser zweites Frühstück haben wir in der weltbesten Fischräucherei zum Rauchfang:

http://www.fischraeucherei-zum-rauchfang.de/index.php

Danach ging es dann über die Grenze nach Dänemark.
Nach dem Corona-Shutdown waren wir fast die ersten Besucher, die über die Grenze durften. Aber alles ganz easy. Die Dänen sind da ganz relaxt.

Teil 2 – Blåvand und Umgebung

Blåvand ist ein kleiner Ort an der dänischen Westküste in der Nähe von Esberg.

Der Ort selbst besteht aus einer langen Straße mit mehreren Einkaufs-und Shoppingmöglichkeiten. Da wir Kinder mit dabei hatten mussten wir auch unbedingt in den großen Bonbonladen. Dort konnten die Kinder sehen wie die Bonbon produziert werden und sich die Besten Mischungen aussuchen.

In der umliegenden Heide sind sehr dezent einzelne Ferienhäuser gebaut, welche teilweise mit großer Außenanlage und/oder Swimmingpool verfügen.

Das Highlight von Blåvand ist der große Leuchtturm, der durch seine schlichte Art besticht.
Die endlosen Strände werden lediglich durch die angrenzenden Schießgebiete der dänischen Armee unterbrochen.

Der Bulliurlauber an sich kommt im Nachbarort Vejers Strand auf seine Kosten.
15 Minuten Autofahrt von Blåvand befindet sich ein Dorf voll mit Campingplätzen. Zwar haben wir viele WoMos gesehen, aber der ein oder andere Bulli war auch dabei.
Das Besondere an Vejers Strand ist der Strand den man mit dem Camper befahren kann.
Das wird tagsüber auch von vielen WoMos und Bullis genutzt. Auch viele PKW Fahrer kamen zum Sonnenuntergang schauen vorbei.

Wichtig: der Strand ist nicht zum Übernachten geeignet. Wir haben es zwar nicht ausgereizt, aber nach Sonnenuntergang fuhren fast alle zügig vom Strand weg und die Beschilderung ist eindeutig. Es könnte also teuer werden, wenn ihr länger steht.

Für uns ist klar: Wir werden noch einmal eine Runde an der dänischen Nordseeküste drehen, denn es gibt noch viel zu entdecken.

Krautsand

An Pfingsten macht man normalerweise eine Pfingst-Tour. Die letzten Jahre sind wir immer mit dem Fahrrad in der näheren Umgebung unterwegs gewesen.

Dieses Jahr haben wir uns gedacht, dass wir mit Jan mal nach Krautsand fahren.
Eigentlich wollten wir einen kleinen Parkplatz etwas außerhalb ansteuern. Mussten aber feststellen, dass wir nicht die ersten waren, die diese Idee hatten.

Somit fuhren wir auf blauen Dunst in Richtung „Krautsand-City“

Die Parkplätze schienen auf den ersten Blick alle belegt. Eine glückliche Fügung hat uns aber vor uns zwei T3 Bullis aus Hamburg geschickt, die sehr zielgerichtet einen kleinen Weg weiter fuhren, den wir sicher nicht weiter verfolgt hätten.

Unser Glück, denn der Weg führte nicht nur zum Campingplatz Krautsand sondern auch zu einem vorgelagertem Parkplatz. So konnten wir in erster Reihe hinterm Deich parken und unser Picknick unter der Heckklappe genießen.

Danach ging es dann über den Deich an den Strand. Kurz hatten wir überlegt in den Wäldern unsere Hängematte aufzuspannen, unser aber doch für den direkten Blick aufs Wasser entschieden.

Dank Corona war der Strand fast leer und wir konnten in Ruhe spazieren gehen.
Die Gastronomie wurde aber schon gut besucht und auch das teuere Eis wurde rege gewünscht.

Unser Fazit:
Super Strand vor allem bei gutem Wetter.
Durch die Dünen etwas abgeschieden.
Wir freuen uns auf das erste Bulli-Treffen in Krautsand, was hoffentlich nächstes Jahr wieder stattfindet.

Vörder See

Im Norden der Stadt Bremervörde haben wir uns den Vörder See angeschaut.

Der See ist künstlich angelegt und kennzeichnet das Zentrum des Natur- und Erlebnisparks Bremervörde – ein schön angelegter Park mit viel Raum zum Spazierengehen und Radfahren. Der See liegt direkt an der Oste.

Auf der Suche nach einem Stellplatz für unseren Jan haben wir zunächst einmal ein Campingplatz angesteuert, und er Hoffnung dort für einige Stunden stehen zu können.

Der Platz sieht ordentlich aus und wurde sowohl von WoMos als auch von Bullis bevölkert.
Wir konnten leider nicht stehen bleiben, da der Platz davor zu eng war um dort länger stehen zu bleiben.
Wir haben uns dann ein schönes Plätzchen neben der NABU-Umweltpyramide gesucht um dort unsere Pfannkuchen zu backen.

Pfannkuchen aus dem Bulli

So gesättigt konnten wir dann den Vörder See erkunden.

Umgeben von Wanderwegen und grünen Wiesen kann man hier Stunden verbringen.
Wenn nicht gerade Corona-Zeit ist können hier verschiedenste Freizeitaktivitäten wahrgenommen werden.

  • Tretboote ausleihen
  • am Kiosk eine Erfrischung kaufen
  • Minigolf spielen

Wir haben unser Kubb-Spiel mitgenommen und am Strand ein paar Partien gespielt.

Kubb-König am Vörder See

Kräuter Interessierte sollten unbedingt den Kneipp-Kräutergarten besuchen. Sehr interessante Kräutertafeln mit den dazugehörigen Kräutern bringen nicht nur Kräuterfreunde. Der Garten liegt direkt neben dem Restaurant Haus am See wo im Anschluss an eine Wanderung um den See Kaffee und Kuchen nicht fehlen dürfen.

Fazit: ein toller Ort um dort zu entspannen. Gerne auch ein paar Tage länger.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit dem Vörder See.

Koordinaten:

Vörder See
27432 Bremervörde
https://goo.gl/maps/7tc7JRStwf4UDVA76

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann man nicht planen.
Da haben wir endlich unseren eigenen Bulli und wann wird der geliefert? Mitten in der Corona-Krise.

Mal spontan zum campen an die Küste fahren? Nix da…
Wir haben allerdings das Glück mitten im Alten Land zu leben, der zur Apfelblüte eigentlich von tausenden Touristen bevölkert wird.
Da die nicht zu uns kommen können, wir aber auch nicht weg kommen, machen wir einfach das beste draus.

Am ersten Freitag geht es also mit Picknick-Korb und Kühlbox an die Elbe.

Erster Picknickkorb

Genauer gesagt an den Lühe-Anleger.

Eins darf an diesem Tag auf keinen Fall fehlen: Der Wein aus der Ardèche in Südfrankreich.
Denn als wir uns 2018 zum ersten mal einen Bulli bei Ahoi-Bulli in Hamburg gemietet haben sind wir mit diversen Kisten Wein zurück gekommen.

Nachdem wir den Entschluss gefasst haben „Jan“ ein neues Zuhause zu geben, haben wir beschlossen, dass wir die letzte Flasche Ardèche-Wein erst dann trinken, wenn „Jan“ bei uns ist.

Diese Flasche hat also 2 Jahre gehalten um jetzt „Jan“ zu taufen.

Also lieber Bulli. Wir taufen Dich mit der letzten Flaschen Ardèche-Wein, die wir eisern für dich aufbewahrt haben auf den Namen Jan.

Ardèche Wein zur Bulli-Taufe

Auch in Corona-Zeiten ist am Lühe-Anleger immer einiges los. Zwar haben die Buden geschlossen, aber die Menschen aus der Umgebung fahren mit ihrem PKW, oder eben wir mit unserem Bulli zum Sonnenuntergang und Schiffe schauen an die Elbe. Perfekt um die Chaotischen letzten Wochen etwas nach hinten zu drängen.

Hier werden wir sicherlich noch einige Male hinfahren.